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Statement und Jahresrückblick des Vorstandsvorsitzenden Gerhard Witte

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder und Gäste, die Sorgen, die uns in dieses Jahr begleiteten, sind nicht weniger geworden. Denken Sie an Trump, Erdoğan, Brexit, Klimawandel, Syrien, AfD, Führungsschwäche in der Regierung, Zoff in der GroKo. Noch immer wartet die Wirtschaft auf Steuersenkungen, den Abbau von Überregulierung usw.

Erfreulich, fast erstaunlich, dass wir 2019 zu mindestens wirtschaftlich bislang erstaunlich gut überstanden haben. Steuereinnahmen sprudeln weiter in nie dagewesener Höhe, Außenhandelsüberschüsse bleiben auf hohem Niveau, noch herrscht Vollbeschäftigung. Negativzinsen, Populisten und die mit sich selbst beschäftigte GroKo schaffen es nicht, den Mittelstand so schnell in die Knie zu zwingen.

Immer wieder werden faule Kompromisse ausgehandelt, die uns Unternehmern schaden und versprochene Zusagen werden nicht eingehalten. Eine teilweise Abschaffung des Solis führt verdeckt zu einer Reichensteuer, und niemand regt sich auf und nennt das Kind beim Namen. Wo bleiben die Entlastungen der Unternehmen? Wir führen Umweltspuren ein und kaum jemand regt sich auf. Wo bleiben die Maßnahmen und Mittel, um die teilweise marode Infrastruktur zu verbessern, die Vorbereitung auf die Digitalisierung voranzutreiben und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen? Warum duldet die Politik das Schlechtreden und die Zerstörung von Schlüsseltechnologien wie der Automobilbranche und der Energiewirtschaft? Warum glauben wir nicht mehr an den Mittelstand, unsere klugen Köpfe und die Ingenieurskunst und schaffen nicht endlich realistische Rahmenbedingungen für eine umwelt- und bürgerfreundliche Welt, in der auch Sinn und Notwendigkeit der Wirtschaft anerkannt und entsprechend akzeptiert wird.

Wir gewöhnen uns an diese Mängel, aber zu welchem Preis: Das Vertrauen in die etablierten Parteien schwindet deutlich, die stabile Mitte löst sich auf zulasten von rechten Extremisten und linken Utopisten.

Ich persönlich bin davon überzeugt, dass niemand diese schöne Welt zerstören will. Aber, von der in den Medien hochgelobten Greta gibt es außer Wutausbrüchen keine konkreten Vorschläge zur Klima-Rettung. Das wäre vielleicht auch zu viel verlangt. Wir müssen es selbst in die Hand nehmen, die Welt und damit auch unser System und Geld zu retten. Aber bitte nicht mit neuen Gesetzen, Verordnungen, Vorgaben und Verboten. Leitplanken sind manchmal notwendig, aber Respekt und einfache ethische Regeln wie „ein Mann ein Wort“ oder „das macht man nicht“, bewirken vielleicht mehr als komplizierte Gesetze. Ziele dürfen ambitioniert sein, aber überlasst es bitte uns Unternehmern, das technisch und wirtschaftlich Optimale herauszuholen.

Jahresrückblick 2019

Ich beginne den Rückblick 2019 mit meinem Dank an die Mitglieder des Industrieverein Langenfeld, die Vorstandskollegen, Referenten und Gäste. Mit ihrer Hilfe und regen Teilnahme und Unterstützung konnten wir interessante Veranstaltungen anbieten, die von den Mitgliedern gut angenommen wurden. Es gelang einmal mehr, allen Mitgliedern eine Plattform zu bieten, sich in einem Netzwerk auszutauschen, und die Interessen der Langenfelder Unternehmen bei der Stadtverwaltung, der IHK, dem Kreis und sonstigen Interessenvertretungen vorzutragen. Verstärkt konnten wir bei den gemeinsamen Besuchen von Langenfelder Unternehmen Infos vor Ort sammeln und unmittelbare Kontakte fördern. Nach wie vor können weder neue Medien noch Künstliche Intelligenz das persönliche Gespräch ersetzen. Wenn wir aktuelle Entwicklungen, persönliche und unternehmerische Zukunftsentscheidungen treffen und umsetzen wollen, kann es hilfreich sein, auch mit Branchenfremden zu diskutieren.

Am 9. Januar besichtigten wir die Edelstahlgießerei Schmees und konnten uns vor Ort überzeugen, wie viele Arbeitsgänge notwendig sind, bis ein Bauteil aus flüssigem Stahl über Formen entsteht.

Am 12. März zeigte uns Holger Höhmann und sein Team die LVR. Alle Teilnehmer waren von der Größe, den Aufgaben und den Räumlichkeiten beeindruckt. Das dabei angebotene Seminar für Personalverantwortliche zum Thema „Burn out“ und anderen psychischen Erkrankungen fand inzwischen statt.

Am 14. Mai erhielten wir eine Führung und einen Motivationsvortrag bei einem der größten Sportvereine in NRW, der SGL.

Beim traditionellen Stammtisch bei Gilla und Hannes Sühs am Wasserski am 9.7. setzten wir uns u.a. mit Schulthemen auseinander.

Am 10. September erlebten wir beim Besuch der Firma Latteyer ein Unternehmen, das sich sehr erfolgreich mit Beleuchtungs- und Beschallungstechnik weit über die Stadtgrenzen von Langenfeld hinaus einen Namen gemacht hat.

Auch schon Tradition oder Brauchtum ist der November-Stammtisch mit Grünkohl-Essen, dem diesmal 120 Besucher folgten. Thomas Schmies hat dabei die Ara Shoes AG hervorragend präsentiert und beeindruckend über die Standorte, Marketingstrategien und die Integration der Marken Salamander, Lloyds usw. berichtet. Neben der Einkaufsmöglichkeit im Outlet Store konnten sich auch einige der neuen Mitgliedsunternehmen präsentieren.

Diese interessanten Abende wollen wir auch 2020 fortsetzen, die ersten Termine sind bereits vereinbart.

Als Highlight dieses Jahres verwandelten wir beim Sommerfest am 21. September den Schalterraum der Stadtsparkasse Langenfeld zum Wein-Kasino. Spielerisch erweiterten die Gäste am Roulettetisch ihr Wissen. In diesem festlichen Rahmen ehrten wir Holger Höhmann, Vorstandsvorsitzender und Sprecher des Vorstandes der LVR-Klinik, als „Unternehmer des Jahres“ mit dem Goldenen Meilenstein.

Mit unseren ersten Forderungen zur Senkung der Gewerbesteuer lösten wir vor zwei Jahren bei der Politik in Langenfeld nur begrenzte Begeisterung aus. Dank anhaltend guter Konjunktur und der positiven wirtschaftlichen Lage der Stadt Langenfeld konnten wir 2019 Bürgermeister, Rat und Verwaltung motivieren, die Gewerbesteuer in Stufen deutlich zu senken, auch damit Unternehmen in die Lage versetzt werden, sich auf die finanziellen Folgen von Digitalisierung und Veränderung der Arbeitsplätze besser vorbereiten zu können. Vielen Dank dafür im Namen aller Mitglieder an den Bürgermeister und sein Team.

Die nach wie vor erdrückende Flut an Informationen, Rundschreiben und Einladungen versuchen wir so zu komprimieren, dass nur für alle Wichtiges die inzwischen 180 Mitgliedsbetriebe erreicht, meistens per E-Mail, aber auch der Blick auf unsere Homepage macht Sinn.

Zum Ende: Es war für den ehrenamtlichen Vorstand gelegentlich eine Herausforderung, die vielen Termine zu koordinieren und durchzuführen. Bei allen aktiven Kollegen und auch bei den Partnern kann ich mich daher nur ganz herzlich für die Unterstützung, Verpflegung und immer gute Laune bedanken. Damit verbinde ich wiederholt den Wunsch, dass sich weitere Vereinsmitglieder aktiv in die Vereinsarbeit einbringen. Sprechen Sie uns einfach an. Auch zur Vorbereitung auf unsere Gespräche mit Stadtverwaltung, IHK, Kreis usw. sind wir an Ihrer Meinung interessiert.

Ich möchte Ihnen im Namen des gesamten Vorstandes für die Unterstützung und Ihre aktive Teilnahme an den vielen Veranstaltungen danken und eine besinnliche Adventszeit sowie ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest im Kreise Ihrer Liebsten wünschen. Das Jahr 2020 möge Ihnen, Ihren Angehörigen viel Glück und Gesundheit und Ihrem Unternehmen den gewünschten geschäftlichen Erfolg bringen.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gerhard Witte