Der IVL hatte außerhalb seiner Stammtisch-Termine zu einem speziellen Event geladen, im benachbarten Monheim. Kulturwerke -Geschäftsführer Martin Witkowski und IVL-Vorsitzender Michael Becher konnten rund 80 Gäste an der Noch-Baustelle der viel diskutierten Kulturraffinerie (kurz K714 – so der Rheinkilometer) begrüßen. Auch Langenfelds Bürgermeister Gerold Wenzens nutzte die Gelegenheit, sich einen Eindruck von der Multifunktionshalle zu machen, in der rote Ziegelsteine der 1913 gebauten, früheren Shell-Fassfüllanlage die historische Bedeutung belegen.
Nach der Einkleidung der Gäste mit Helmen und Schutzwesten führte Witkowski über die Baustelle, vom zukünftigen gläsernen Foyer im Nordkubus, über die Dachterrasse mit traumhaften 180-Grad-Rheinblick, die späteren Wandelgänge, Ausstellungsflächen und Restaurationsbereiche, bis zum großen und den kleinen Saal. Gerüste, Gerätschaften und auch an diesem Abend noch fleißige Handwerker erzeugten Baustellenatmosphäre, und lassen ahnen, dass es bis zum konkret bestimmten Eröffnungstermin im September 2026 „spannend“ bleibt.
Viele Details des Bauwerks erschließen sich erst auf den zweiten Blick, wie das völlig neue Konzept für Künstlergarderoben, die variablen Möglichkeiten bei Raum- Tribünen- und Bühnengröße, Bühnentechnik, Bestuhlungsmodelle, flexible Akustik, oder Cateringalternativen. Witkowski nannte das Gebäude aufgrund seiner vielfältigen Möglichkeiten „eine eierlegende Wollmilchsau“. Auch zum 22 Meter hohen Bühnenturm, der Glasklinkersteinen-Fassade, die das Sonnenlicht reflektiert oder selber leuchtet, und den erhalten Shed-Dächern und dem Backstage-Bereich konnte Witkowski interessante Details nennen.
K714 ist für verschiedene Veranstaltungen geeignet, etwa Rock-, Pop-, Klassik- und Symphonie-Konzerte mit ihren ganz unterschiedlichen Ansprüchen, für Theater- und Tanzaufführungen, Lesungen, Musicals, Comedy oder Sport-Events, aber auch Karnevalssitzungen, Schützenfeste sowie Abitur-Feiern. Tagsüber sollen Kongresse, Tagungen und Konferenzen stattfinden. Allein für das nächste Jahr sind schon über 150 feste Termine bekannt. Je nach Bühnenvariante sowie Bestuhlung oder Stehplatzanordnung, fasst die Kulturraffinerie K714 künftig bis zu 4800 Menschen. Die Bühne im Hauptsaal ist in ihrer Größe anpassbar – ein hochfahrbarer Orchestergraben inklusive. Kleinere Veranstaltungen können im „Kleinen Saal“ stattfinden, der im Nordosten des Gebäudes in ebenfalls altem Bestand entsteht, in der eigentlichen alten Abfüllhalle.
Die Nachfragen der Besucher bezogen sich auch auf die Größenordnungen: 14.000 qm Fläche, Baukosten 166 Millionen Euro. Ein guter Einstieg für die Diskussionen beim abschließenden Gedankenaustausch in der Monheimer Marienburg. Verglichen mit den Bauzeiten, Kosten und Ergebnissen bei den Opern-Diskussionen in Köln und Düsseldorf hinterlässt die Monheimer Baustelle einen eher guten Eindruck.
Die von Alexander Zimmer betriebene Marienburg und der angeschlossene Marienhof zeigten sich als perfekte Event- oder Tagungslokalität. Besichtigungen der Burg, des angeschlossenen Hotels und der Tagungsräumlichkeiten und der Hinweis auf die vielen anstehenden Termine waren vermutlich auch für die Langenfelder Unternehmen ein interessantes Angebot.
Text & Fotos: Martin Mönikes

